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die LEBENSHILFE RHÖN-GRABFELD:

Grundgedanken zum Wohnen

"Geistig behinderte Erwachsene haben Anspruch auf ein eigenes Zuhause. Sie müssen die Möglichkeit haben, ihr Elternhaus im selben Alter zu verlassen, wie andere junge Leute auch. Wohnen bedeutet nicht nur Versorgung, Unterkunft und Verpflegung, sondern Geborgenheit und Eigenständigkeit, Privatheit und Gemeinschaft, die Möglichkeit des Rückzugs und Offenheit nach außen. Menschen mit geistiger Behinderung sollen so normal wie möglich leben können und dazu jede Hilfe bekommen, die sie brauchen. Aus dieser Forderung ergibt sich die Notwendigkeit eines differenzierten Wohnangebotes." 
(Beginn des Kapitels „Wohnen heißt zu Hause sein“ des 1990 von der Mitgliederversammlung verabschiedeten Grundsatzprogramms der Lebenshilfe)

Im Grundsatzprogramm der Lebenshilfe wird das Kapitel „Wohnen“ mit dem Satz eingeleitet: „Wohnen heißt zu Hause sein“ und „jeder Mensch hat das Grundrecht auf ein menschenwürdiges Wohnen“. In den Wohneinrichtungen der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld e. V. finden Menschen mit Behinderung auf Dauer oder für eine begrenzte Zeit ein Zuhause. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist die Leitlinie der pädagogischen Arbeit. Unsere Mitarbeiter/innen unterstützen und fördern die Bewohner in allen Bereichen des Lebens. Wohnen bedeutet dabei nicht nur Versorgung, Unterkunft und Verpflegung, sondern in besonderem Maße auch: 

Geborgenheit erleben, durch:

  • überschaubare soziale Beziehungen und Bindungen
  • Zugehörigkeitsgefühl zu einer Lebensgemeinschaft
  • ansprechende äußere und innere Gestaltung des Wohnbereichs
  • Sicherheit und Schutz vor Übergriffen einzelner Personen, privater oder staatlicher Institutionen

Eigenständigkeit erlangen, durch:

  • Akzeptanz des individuellen Willens und der speziellen Eigenheiten
  • Größtmögliche Teilnahme in die Planung von Alltagsabläufen und deren Durchführung
  • möglichst selbständiges Nutzen von Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen (Frisör, Arzt, …), Freizeitangeboten und öffentlichen Verkehrsmitteln
  • die Möglichkeit, innerhalb der Wohneinrichtungen umziehen zu können, um entsprechend der individuelle Situation/Lebensphase das bestmöglichste Zuhause zu finden
  • die Möglichkeit, sich über das Wohntraining für eine ambulant betreute Wohnform fortzubilden

Privatsphäre ermöglichen, durch:

  • Berücksichtigung individueller Wünsche, Eigenheiten und Rechte (jeder Mensch ist eine individuelle Persönlichkeit)
  • Rückzugsmöglichkeiten („Mein eigenes Zimmer“)
  • Trennung von Gemeinschaftsräumen (Essen, Küche, Aufenthaltsraum) und Privatbereich
  • individuelle Gestaltung des Privatbereiches im Rahmen der Möglichkeiten

Gemeinschaft ermöglichen, durch:

  • Zugehörigkeitsgefühl zu einer Lebensgemeinschaft
  • Nähe zu Familie, Verwandten und Freunden und/oder zu den Mitgliedern der Lebensgemeinschaft
  • Integriertes Wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bürgern der Gemeinde, (Nachbarschaftliche Beziehungen können geknüpft und gepflegt werden) 
  • kleine, überschaubare und ansprechend gestaltete Wohneinrichtungen, die die Einbindung in das soziale Umfeld erleichtern
  • eine möglichst zentrale Lage der Einrichtungen in der Kommune (keine Randlage, sondern kurze Wege zu Geschäften, Frisör, usw.)
  • Teilhabe an einer kommunalen Infrastruktur, am Verkehr, an sportlichen, kulturellen und/oder religiösen Veranstaltungen, an Freizeit- und Erholungsmaßnahmen von Vereinen oder Kirchengemeinden oder anderen öffentlichen Trägern

Übergeordnete Prinzipien der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen:

  • Individualität, Bedürfnisse und Wünsche des Einzelnen werden berücksichtigt, Fähigkeiten so weit wie möglich erhalten, entfaltet und/oder weiterentwickelt (Individualitätsprinzip). 
  • Dem Einzelnen wird so viel Assistenz wie notwendig und erwünscht, allerdings nur so wenig wie nötig gegeben. Es wird verantwortungsbewusst zwischen Betreuung und Begleitung differenziert (Assistenzprinzip).
  • Wohn- und Lebensbedingungen, die eine größtmögliche selbständige Lebensgestaltung ermöglichen, werden geschaffen und weiterentwickelt (Normalisierungsprinzip).
  • Die bestmögliche Eingliederung und Teilnahme am Leben in und mit der Gemeinde wird angestrebt (Integrationsprinzip).

Ziel ist es, dem Menschen mit Behinderung entsprechend seiner einzigartigen und unverwechselbaren Identität Möglichkeiten für eine weitestgehend selbstbestimmte Lebensgestaltung – als entscheidende Voraussetzung für ein sinnerfülltes Leben – zu ermöglichen.

Zentrale Bereiche, in denen Begleitung und Unterstützung stattfinden, sind:

  • Sozialbereich 
    In der Gruppe entwickeln sich soziale Verhaltensweisen, z.B. Rücksichtnahme, Wege zur Lösung von Konflikten, Regeln für das Zusammenleben, Gestaltung von Beziehungen, Entscheidungsfindung, usw. Die Eigenart des Einzelnen ist für ein lebendiges Leben in der Gemeinschaft wichtig. Das Wohnen in unseren Wohneinrichtungen bietet für jeden Betreuten individuelle Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten. 

    Neben der Bindung zu Mitbewohnern und Mitarbeiter/innen sind vor allem die Stärkung der Sozialkontakte außerhalb der Wohngruppe, zu Einzelpersonen oder Gruppen (z. B. Nachbarschaft, Freunde, Vereine, kirchliche Gruppen, usw.), von entscheidender Bedeutung, da diese die Entwicklung und Entfaltung der Betreuten weiter unterstützt und verstärkt.
  • Lebenspraktischer Bereich
    Das Zusammenleben im Alltag fördert lebenspraktische Fähigkeiten (z. B. gemeinsames Kochen, Arbeitsteilung bei der Wäschepflege und beim Einkaufen, usw.). In diese Vorgänge werden die Bewohner, soweit ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten dies zulassen, mit eingebunden. 

    Die Betreuten werden in sämtlichen lebenspraktischen Bereichen von unseren Mitarbeiter/innen unterstützt und bei Bedarf angeleitet, wobei sich der Umfang immer am Grad ihrer Behinderung und individuellen Möglichkeiten und Wünschen orientiert. Die Beteiligung soll für die Bewohner eine sinnstiftende und befriedigende Betätigung sein.
  • Gesundheit
    Für das Wohlbefinden sind verschiedene vorbeugende und begleitende Maßnahmen notwendig. Hierzu gehören sowohl eine gesunde und ausgewogene Ernährung als auch Aktivitäten und eine sorgfältige Körperpflege. Der Gesundheitszustand wird aufmerksam und gewissenhaft beobachtet.

    Auf regelmäßige ärztliche Untersuchungen, vor allem auf Vorsorgeuntersuchungen, sowie Unterstützung und Überwachung der erforderlichen therapeutischen (z. B. Krankengymnastik) und medikamentösen Maßnahmen darf nicht verzichtet werden.
    Ein „Hausarzt“ in der Nähe der Wohnstätte fördert die Entwicklung der Selbständigkeit weiter. Das Recht der freien Arztwahl bleibt hiervon weitestgehend unberührt.
  • Psychisch-emotionaler Bereich
    Bei individuellen Problemen im psychisch-emotionalen Bereich werden Gespräche, Hilfestellung und menschlicher Beistand durch unsere Mitarbeiter/innen gewährleistet.
    In Krisensituationen wird darauf geachtet, dass rechtzeitig Kontakt mit Einrichtungen der psychiatrischen Versorgung (z. B. Facharzt, Therapeuten oder Fachkrankenhaus) aufgenommen wird. 

    Entscheidend ist hier, dass für „gefährdete Bewohner“, aber auch für die restlichen Betreuten, Prävention im Vordergrund steht. So können z. B. Krisensituationen frühzeitig durch individuelle Maßnahmen vermieden werden.
  • Freizeit
    Freizeit dient der Erholung, Entspannung und Entfaltung. Phasen der Aktivität und Ruhe sollen in einem angemessenen Verhältnis stehen. Die Freizeit der Bewohner soll nicht verplant werden. Sie können ihre freie Zeit miteinander oder für sich allein verbringen. Besonders in diesem Bereich sind die individuellen Wünsche zu berücksichtigen. Die Ausbildung von Hobbys wird von unseren Mitarbeiter/innen unterstützt. Soweit dies möglich ist, werden Freizeitangebote auch außerhalb der Wohneinrichtung wahrgenommen.
  • Partnerschaft und Sexualität
    Partnerschaft ist ein Grundbedürfnis aller Menschen, auch von Menschen mit einer Behinderung. Die Befähigung zur Partnerschaft ist ein Entwicklungsprozess, der bereits im Elternhaus beginnen sollte. 

    Der Wunsch nach Partnerschaft zeigt sich in vielerlei Form und oft ist damit auch der Wunsch nach Sexualität verbunden. Eine Begleitung in diesem Bereich bedeutet daher auch eine Begleitung bei allen Fragen, die mit Sexualität zusammen hängen. Insbesondere hier ist eine offene und vor allem vertrauensvolle Auseinandersetzung aller Beteiligten (Menschen mit Behinderung, Betreuer und Angehörige) eine wichtige Voraussetzung. Fragen zum Umgang mit dem eigenen Körper und zum Umgang mit der Schüchternheit, zur Pflege von Freundschaften und zur Pflege von Partnerschaften und Lebensgemeinschaften sowie zum Umgang mit Sexualkontakten, Verhütung, Kinderwunsch uvm. werden von unseren Mitarbeiter/innen behutsam und verantwortungsvoll aufgegriffen.

Submission: 18.07.2018

Hier finden Sie die Ausschreibung für

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